VerrĂŒckt und grandios: Legenden der Bundesliga

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Inhaltsverzeichnis:

Sie lesen die Top Fußball Bundesliga Legenden der letzten Jahrzehnte. Seit ĂŒber 50 Jahren gibt es die höchste deutsche Spielklasse nun schon. Genug Zeit, damit Legenden entstehen und unglaubliche Geschichten geschrieben werden können. Torhungrige StĂŒrmer, beinharte Verteidiger, verrĂŒckte TorhĂŒter und zaubernde Mittelfeld-Maestros, die Bundesliga hat sie alle zu Hauf gesehen. Seit der ersten Saison im Jahr 1963 hat sich so einiges verĂ€ndert. Unwirklich wirken heute die Tage, in denen die Zuschauer einfach um den Platz herumstanden, wie heute in der Kreisliga. Trikots ohne Namen auf dem RĂŒcken, Streuner auf dem Platz, vieles ist heute unvorstellbar, was damals Alltag war.

Die interessantesten Bundesliga Legenden im Fußball

Eines ist in der Bundesliga doch immer konstant geblieben: Ausnahmespieler, die sich in der Geschichte ihrer Clubs und der Liga verewigt haben. Es folgen die grĂ¶ĂŸten Bundesliga Legenden ihrer Geschichte.

Gerd MĂŒller: Der Bomber der Nation!

1963 begann die Karriere von Gerd MĂŒller beim TSV 1861 Nördlingen in der Bezirksliga Schwaben. Er erzielte in seiner ersten vollen Saison in 47 EinsĂ€tzen 28 Tore und verhalf seiner Mannschaft so zum Aufstieg. Daraufhin wurden grĂ¶ĂŸere Clubs auf MĂŒller aufmerksam, darunter auch der TSV 1860 MĂŒnchen und der FC Bayern MĂŒnchen. Laut den ErzĂ€hlungen aus der Zeit kam Walter Fernbeck, der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Bayern, seinem GegenstĂŒck von 1860 knapp zuvor. Als der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der 60er die Wohnung MĂŒllers betreten haben solle, sei Fernbeck gerade mit der Zusage MĂŒllers durch die HintertĂŒr verschwunden.

FĂŒr 4.400 DM wechselte MĂŒller anschließend zu den Bayern, einer der einflussreichsten Wechsel der Bundesligageschichte. Mit ihm wurden die Bayern zu einer Macht im deutschen Fußball, viermal konnte MĂŒller mit dem FC Bayern die Meisterschaft und den DFB Pokal gewinnen. Dazu kommen fĂŒnf internationale Titel mit den Bayern, eine Welt- und eine Europameisterschaft sowie sieben TorjĂ€gerkanonen. Damit ist MĂŒller selbstverstĂ€ndlich alleiniger Rekordhalter.

Dabei sah es anfangs nicht sehr gut aus fĂŒr „Kleines, dickes MĂŒller“. MĂŒllers Figur gefiel Zlatko Cajkovski, dem damaligen Bayern Trainer, gar nicht. Dicklich, gedrungen, eben keine Figur fĂŒr einen StĂŒrmer. MĂŒller sollte Cajovski jedoch schnell anders stimmen. Wenn MĂŒller Chancen in der Elf bekam, nutzte er diese sofort. Bis zu seinem Abschied von den Bayern im Jahr 1979, als er zu den Fort Lauterdale Strikers wechselte, erzielte Gerd MĂŒller 398 Tore in 453 Spielen, davon 365 Tore in Bundesligaspielen. Damit hĂ€lt er auch heute noch den ewigen Torrekord. Seine Spielweise bildete dabei die Grundlage fĂŒr StrafraumstĂŒrmer von heute.

Auf engstem Raum konnte MĂŒller sich gegen Verteidiger behaupten, blitzschnelle Drehungen und unerwartete AbschlĂŒsse ließen seine Gegenspieler alt aussehen. Gerd MĂŒller ist ohne Zweifel eine der grĂ¶ĂŸten Legenden der Bundesliga.

Franz Beckenbauer: Kaiser, Lichtgestalt und Bundesliga Legende

Wohl kaum ein anderer Mensch hat so viel fĂŒr die Entwicklung des deutschen Fußballs getan als Franz Beckenbauer. Auf der ganzen Welt ist der Kaiser fĂŒr elegante Spielweise und prĂ€zisen Tacklings bekannt. Von 1964 bis 1977 war Beckenbauer der Dreh- und Angelpunkt der Defensive des FC Bayern MĂŒnchen. Seine Position als Libero erlaubte es ihm, den Spielaufbau zu gestalten und die Abwehrreihe zu dirigieren. Er wurde mit den Bayern viermal Deutscher Meister, spĂ€ter gewann er auch mit dem HSV die Bundesliga ein weiteres Mal. In insgesamt 424 Bundesligaspielen erzielte er 60 Tore. Auch nach seiner Spielerkarriere agierte er als Trainer fĂŒr den FC Bayern MĂŒnchen und die Nationalmannschaft souverĂ€n, konnte die Meisterschaft und einen Weltmeistertitel gewinnen.

Lothar MatthÀus: der Mittelfeldmotor

Die Schuhe der Bundesliga Legende Lothar MatthĂ€usLothar MatthĂ€us‘ Karriere als Spieler erstreckte sich ĂŒber vier Jahrzehnte, noch heute ist er Rekordnationalspieler, er lief 150-mal fĂŒr Deutschland auf. In der Bundesliga bestritt MatthĂ€us insgesamt 464 Spiele, er erzielte 121 Tore. FĂŒr Borussia Mönchengladbach und spĂ€ter den FC Bayern MĂŒnchen zeigte MatthĂ€us immer großes Engagement im Mittelfeld, leitete von dort aus das gesamte Spiel der Mannschaft. Er zeigte sowohl als AbrĂ€umer vor der Abwehr, als auch als kreativer Mittelfeldtechniker, seine QualitĂ€t. Als er 1984 nach MĂŒnchen wechselte waren die Erwartungen auf Grund der hohen Ablösesumme enorm. Doch MatthĂ€us ĂŒbertraf auch diese und konnte allein die AbgĂ€nge von Breitner und Rummenigge kompensieren. Er konnte sieben Bundesligatitel gewinnen und ist bis heute der einzige deutsche Spieler, der den Ballon d’Or gewinnen konnte.

Uwe Seeler: treuer TorjÀger

Uwe Seeler ist unzertrennlich mit einem Club verbunden: dem Hamburger SV. FĂŒr keinen anderen Club spielte der StĂŒrmer in der Bundesliga, insgesamt 476 lief „Uns Uwe“ fĂŒr die Rothosen auf. In diesen Spielen konnte der MittelstĂŒrmer 404 Tore erzielen, 137 davon in der Bundesliga, da Seeler bereits seit 1953 fĂŒr den HSV aktiv war. WĂ€hrend seiner Karriere lehnte Seeler mehrmals sehr lukrative Angebote von anderen Clubs ab und blieb den Hamburgern treu. Trotz seiner ĂŒberragenden Torquote war sich Seeler nie zu schade, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Er ließ sich oft tief ins Mittelfeld fallen, um beim Spielaufbau zu helfen. Neben vielen anderen persönlichen Erfolgen war Seeler der erste Gewinner der TorjĂ€ger-Kanone in der DebĂŒtsaison der Bundesliga 1963/64.

Oliver Kahn: verrĂŒcktes Genie und Bundesliga Legende

So sehr Kahn fĂŒr seine verrĂŒckten Aktionen bekannt war, war er bei gegnerischen StĂŒrmern fĂŒr seine genialen Paraden gefĂŒrchtet. Seine Bundesliga-Karriere begann Kahn beim Karlsruher SC, wo er 129 Spiele bestritt und in der erfolgreichsten Zeit des badischen Clubs ein LeistungstrĂ€ger war. Das 7:0 des KSC gegen den FC Valencia im Europapokal steht besonders hervor. 1994 wechselte Kahn zum FC Bayern MĂŒnchen, fĂŒr die damals höchste Ablösesumme, die jemals fĂŒr einen Torwart gezahlt wurde. In 429 Spielen fĂŒr den Rekordmeister konnte Kahn achtmal die Meisterschaft, was bis heute Rekord ist, sechsmal den DFB Pokal und einmal die Champions League gewinnen, wo er im Finale gegen den FC Valencia im Elfmeterschießen zum Helden wurde. Er spielte 204-mal in der Bundesliga zu Null, ebenfalls ein Rekord. Dreimal wurde er zum WelttorhĂŒter gewĂ€hlt.

Manuel Neuer: die Neuerfindung des Torwarts

Der erste noch aktive Spieler der Legenden der Bundesliga ist Manuel Neuer, TorhĂŒter des FC Bayern MĂŒnchen. Seine Bundesligakarriere begann Neuer beim FC Schalke 04, wo er aus der Akademie den Sprung in die Startelf schaffte. Bei Schalke leutete Neuers PrĂ€senz im Tor eine erfolgreiche Zeit ein, die Mannschaft wurde Vizemeister und zweimal Pokalsieger.

Im Sommer 2012 wechselte Neuer dann zum FC Bayern MĂŒnchen, wo er sofort StammtorhĂŒter wurde. Hier gewann Neuer bisher siebenmal die Meisterschaft und fĂŒnfmal den Pokal, 2013 konnte er die Champions League gewinnen. Mit 180 Spielen, in denen Neuer ohne Gegentor blieb, liegt er in der ewigen Bundesligaliste nur hinter Oliver Kahn.

GĂŒnter Netzer: als Edeltechniker seiner Zeit voraus

GĂŒnter Netzer war der Prototyp des offensiven Mittelfeldspielers. Mit Technik und SpielverstĂ€ndnis setzte er gekonnt StĂŒrmer und FlĂŒgelspieler ein, wenn es sein musste erzielte er selbst Traumtore. Mit Borussia Mönchengladbach stieg Netzer 1965 in die Bundesliga auf, dort sollte er bis 1973 auch bleiben. In 297 Spielen fĂŒr die Fohlenelf erzielte er 108 Tore, 94-mal legte er fĂŒr Mitspieler auf. Netzer wurde zweimal Deutscher Meister und einmal Pokalsieger, nach einer unvergesslichen Selbsteinwechslung. 1974 wurde er Weltmeister.

Phillip Lahm: Sportsmann sondergleichen

Von 2002 bis 2017 war Philipp Lahm in der Bundesliga aktiv, abgesehen von einer Leihe zum VfB Stuttgart immer fĂŒr den FC Bayern MĂŒnchen. Dort spielte er lange als Außenverteidiger, meist auf der rechten Seite, bevor er in seinen spĂ€teren Jahren auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde. Der 1,70 Meter große Lahm verstand es schon frĂŒh, seinen eher kleinen Körper durch Technik und Schnelligkeit zu kompensieren. 370 Bundesligaspiele waren es am Ende fĂŒr Lahm, der achtmal die Meisterschaft, sechsmal den Pokal und einmal die Champions League gewinnen konnte. 2014 fĂŒhrte er die Nationalelf als KapitĂ€n zum Weltmeistertitel. In seiner gesamten Karriere als Abwehrspieler wurde Lahm nie mit einer roten Karte vom Platz gestellt.

Rudi Völler: mehr als „Tante KĂ€the“

Unterschiedlicher als sein Spitzname hĂ€tte Völlers Spielweise nicht sein können. Er war immer spritzig, arbeitete in der Defensive mit und war vor dem Tor eiskalt. In der Bundesliga zeigte er fĂŒr 1860 MĂŒnchen, Werder Bremen und Bayer Leverkusen sein Können. In 232 Bundesligaspielen erzielte Völler 132 Tore, die meisten davon fĂŒr Werder Bremen. Zwar wurde er nie Deutscher Meister, konnte dafĂŒr aber 1990 die Weltmeisterschaft feiern.

Arjen Robben: der fliegende HollÀnder

Wenn Arjen Robben fĂŒr den FC Bayern vom FlĂŒgel hereinzieht, wie er es unnachahmlich macht, lĂ€uten bei den Verteidigern die Alarmglocken. Abwehren können sie das, was dann kommt, meistens doch nicht. Dank unglaublicher Schnelligkeit und brillanter Schusstechnik war Robben, seit er 2009 zu den Bayern wechselte, kaum zu stoppen. Höchstens das Verletzungspech, das den NiederlĂ€nder verfolgt, konnte ihm manchmal einen Strich durch die Rechnung machen. Er konnte achtmal die Meisterschaft, fĂŒnfmal den Pokal und einmal die Champions League gewinnen, fĂŒr Bayern erzielte er in 201 Spielen 99 Tore. Im Sommer 2019 hat er den FC Bayern verlassen, der Vertrag wurde nicht verlĂ€ngert. Doch in der Bundesliga wird er fĂŒr immer in die Geschichte eingehen. Mit seinem feinen linken Fuß ist er eine wahre Bundesliga Legende.

Mark Strudal: durch Streit zur Legende

Nur eine halbe Saison absolvierte der DĂ€ne Strudal fĂŒr den BVB aus Dortmund. Trotzdem reichte diese SaisonhĂ€lfte, in der Strudal zwölfmal fĂŒr die Borussen auflief, um ihn fĂŒr die Fans unvergessen zu machen. Norbert Dickel, der damals den Stammplatz als StĂŒrmer innehatte, sah sich von Strudals Tranfer bedroht. Er befĂŒrchtete eine Ablösung durch den jungen DĂ€nen. Es folgten mehrere Streitereien im Training, bis die Situation vor dem Pokalfinale eskalierte. Dickel war eigentlich verletzt, Strudal wĂŒrde somit im Finale starten. Doch der Routinier meldete sich ĂŒberraschend zurĂŒck, Trainer Köppel ließ in von Anfang an spielen. Im 4:1 Finalerfolg erzielte Dickel zwei Tore, Strudal musste auf der Bank schmoren. Seinen Einsatz musste Dickel jedoch teuer bezahlen: seine Verletzung wurde schlimmer, in der Folgesaison musste er seine Karriere beenden. Strudal wechselte nach ZĂŒrich.

Andreas Sassen: tragisches Ende fĂŒr großes Talent

Sportlich war Sassen fĂŒr Uerdingen, den HSV, Dynamo Dresden und Schwarz-Weiß Essen tĂ€tig. In seiner Jugend galt er als eines der grĂ¶ĂŸten Talente des deutschen Fußballs, doch seine Alkoholsucht kam den großen Ruhm zuvor. In seiner achtjĂ€hrigen Karriere spielte er nur 79-mal in der Bundesliga, dem Mittelfeldspieler gelangen vier Tore. Alkohol am Steuer, Körperverletzung, Suspendierungen durch den Verein: wĂ€hrend seiner ganzen Laufbahn kann Sassen seiner Sucht nicht widerstehen, er verspielt seine ganze Zukunft. 2004 stirbt der damals 36-jĂ€hrige an einem Hirnschlag.

Andreas Möller: zwischen Schwalben und GenialitÀt

Wer sich nÀher mit Andreas Möller beschÀftigt, der trifft schnell auf zwei Seiten einer Medaille: auf der einen Seite ist da der technisch brillante, torgefÀhrliche Mittelfeldspieler, der mit Verein und Nationalmannschaft nahezu alles gewinnen konnte, was es zu gewinnen gibt. In 429 Bundesligaspielen erzielte er 110 Tore, er ist eine Dortmunder und Frankfurter Legende.

Auf der anderen Seite sind Aktionen wie seine Schwalbe beim EM-Halbfinale 1996 gegen England sowie gegen den KSC oder seine Wechsel zwischen verschiedenen Clubs, die er selbst verneint und dann anschließend seinen Ex-Club mit kritischen Aussagen oft schlecht aussehen lĂ€sst. Einigen Fans stĂ¶ĂŸt das sauer auf, doch er zĂ€hlt trotzdem zu den Legenden der Bundesliga.

Thorsten Legat: auf und neben dem Platz legendÀr

Seit seinem Karriereende hat es Legat durch zahlreiche TV-Auftritt zum Kultstatus geschafft, doch auch seine Fußballstationen machten ihn zu einer der Bundesliga Legenden. Es begann 1986 beim VfL Bochum, wo Legat seinen ersten Profivertrag unterschrieb und sich nach und nach in die Stammelf spielte. 1991 wechselte der Mittfeldspieler nach Werder Bremen, wo er den Pokal der Pokalsieger erringen konnte. 1993 gewann er mit Bremen die Meisterschaft und in der Saison darauf den DFB Pokal, dann wechselte er nach Frankfurt. Dort konnte er sich nicht durchsetzen und wechselte ein Jahr spĂ€ter zum VfB Stuttgart, wo er einen DFB Pokal gewann. Das gelang ihm auch bei seiner letzten Station, Schalke 04. WĂ€hrend seiner Karriere fiel Legat immer wieder durch zahlreiche Undiszipliniertheiten auf. Er beleidigte Mitspieler rassistisch, musste Schmerzensgeld an seinen Nachbarn zahlen und bedrohte Jugendliche mit einem Samurai Schwert. Eine Person, die nicht so schnell vergessen wird.

JĂŒrgen Grabowski: Frankfurter, Weltmeister und Bundesliga Legende

Nicht nur eine der Legenden der Bundesliga, sondern auch seines Vereins, ist JĂŒrgen Grabowski. Seine gesamte Profikarriere spielte sich bei einem Club ab: Eintracht Frankfurt. Er war von 1965 bis 1980 fĂŒr die Eintracht aktiv, wo er in 441 BundesligaeinsĂ€tzen 109 Tore erzielte. Der Mittelfeldspieler, der manchmal auch als StĂŒrmer eingesetzt wurde, konnte mit Frankfurt nie die Bundesliga gewinnen, wurde aber zweimal DFB Pokal Sieger. Außerdem konnte er 1980, in seiner letzten Saison als Profi, den UEFA Pokal gewinnen. Er ist heute EhrenspielfĂŒhrer der Eintracht und war danach kurzzeitig noch als Trainer in Frankfurt tĂ€tig.

Adolfo Valencia: Legende dank Lothar’s Kommentar

Aldolfo “El Tren” Valencia wechselte 1993 von Independiente Santa Fe zum FC Bayern MĂŒnchen. Der schnelle StĂŒrmer konnte bei Santa Fe in 159 Spielen 56 Tore erzielen und war so auf dem Radar des FC Bayern gelandet. Der Kolumbianer wurde anschließend von den Bayern verpflichtet, in seinem DebĂŒtspiel erzielte er direkt zwei Treffer. Seine Form nahm daraufhin aber stark ab, Beckenbauer nannte ihn „Entlauber“, da die SchĂŒsse des Kolumbianers öfter das GebĂŒsch hinter dem Tor als das Netz trafen. In der folgenden Saison wurde er fast nicht mehr eingesetzt, 1994 wechselte er zu Atletico Madrid. Einzig Lothar MatthĂ€us war beeindruckt vom Kolumbianer, allerdings aus den falschen GrĂŒnden. Laut MatthĂ€us hĂ€tte Valencia „den LĂ€ngsten“ aller Bayern Spieler gehabt.

Hans-Peter Briegel: „Die Walz von der Pfalz“

Der Verteidiger war von 1975 bis 1984 fĂŒr den 1. FC Kaiserslautern tĂ€tig. Er war ein Fels in der Brandung, seine AusflĂŒge vor das gegnerische Tor gefĂŒrchtet. Bekannt wurde Briegel durch seine eisenharte Spielweise, seinen durchtrainierten Körper und seine Vorliebe, ohne Schienbeinschoner zu spielen. Als er 1988 seine Karriere in Genua beendete war das kurz vor einer RegelĂ€nderung, die das Tragen von Schienbeinschonern Pflicht machte. In 240 Spielen fĂŒr den 1. FCK erzielte Briegel fĂŒr einen Abwehrspieler beeindruckende 47 Tore, 1980 wurde er mit Deutschland Europameister.

Ansgar Brinkmann: kultig, wechselfreudig und Bundesliga Legende

Brinkmann begann seine Profikarriere im Jahr 1887 in OsnabrĂŒck, das in der 2. Bundesliga spielte. Die drei Jahre, die er dort spielte, sollte die lĂ€ngste Zeit sein, die er in seiner Karriere bei einem Club verbringen wĂŒrde. Über den FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt, Arminia Bielefeld und Dynamo Dresden landete Brinkmann 2006 bei Preußen MĂŒnster, wo er 2007 die Schuhe an den Nagel hĂ€ngte.

Insgesamt 13 Clubs hatten ihn wĂ€hrend seiner Karriere unter Vertrag. Neben dem Platz war Brinkmann allerdings auch fĂŒr seinen Alkoholkonsum und seine Ausrutscher bekannt, er wurde unter anderem wegen Körperverletzung angezeigt. Fans sahen ihn trotzdem als eine der Legenden der Bundesliga an, er ist bis heute als Publikumsliebling bekannt.

Asgeir Sigurvinsson: Wikinger mit Eleganz

Asgeir Sigurvinsson, von Fans nur „Sigi“ genannt, stammt aus Island, eine Inselnation, die nicht mehr Einwohner hat als eine deutsche Großstadt. Der Mittelfeldspieler kam von Standard LĂŒttich in die Bundesliga, wo der FC Bayern sich die Dienste „Sigis“ sicherte. FĂŒr Bayern lief er aber nur 17-mal auf, Stuttgart verpflichtete ihn in der Saison darauf. Hier spielte er acht Jahre lang, bis 1990, und erzielte in 194 Spielen 38 Tore. Seine TraumpĂ€sse, seine Ballbehandlung und seine unwahrscheinliche Herkunft machten ihn zu einem Publikumsliebling bei den Schwaben.

Rolf-JĂŒrgen Otto: gerissener Manager und Bundesliga Legende

Die erste der Bundesliga Legenden, die selbst gar nicht professionell spielte, ist Rolf-JĂŒrgen Otto. Nachdem der Unternehmer nach dem Mauerfall in den Osten zog, um dort geschĂ€ftlich durchzustarten, wurde ihm von einem Freund Dynamo Dresden ans Herz gelegt. Bis 1993 drĂ€ngte Otto alle Konkurrenten aus dem Verein und wurde zum PrĂ€sidenten des Clubs gewĂ€hlt, der sich in großen finanziellen Schwierigkeiten befand. Als einige Firmen Ottos allerdings Konkurs anmelden mussten, ging es auch mit Dynamo Dresden bergab. Die Entscheidungen des PrĂ€sidenten wurden wirrer, Spieler und Trainer wurden am laufenden Band ersetzt, krumme GeschĂ€fte wurden gemacht. Am Ende stand der Abstieg aus der Bundesliga, Otto wurde wegen vorsĂ€tzlichem Konkurs verhaftet.

Eike Immel: TorhĂŒter mit Spielsucht

Bundesliga Legenden unter sich mit Eike immel im TorAls 17-jĂ€hriger begann Eike Immel seine Profikarriere bei Borussia Dortmund. Er zeigt konsistent gute Leistungen in der Fußball Bundesliga und konnte sich so langsam an seinen Konkurrenten auf der TorhĂŒterposition vorbeidrĂ€ngeln. Bis 1986 blieb er beim BVB, dann zog er weiter nach Stuttgart, wo er als StammtorhĂŒter 1992 Deutscher Meister wurde. Einen internationalen Titel gewann Immel 1980, als er einsatzlos Europameister wurde. Vor der WM 1990 trat er aus der Nationalmannschaft zurĂŒck, da Bodo Illgner neuer StammtorhĂŒter wurde. WĂ€hrend seiner Karriere hatte Immel einen Hang zum GlĂŒcksspiel entwickelt, nach mehreren geplatzten Immobiliendeals ist er nun pleite.

Rudolf Brunnenmeier: Löwen-Ikone als Legende der Bundesliga

Er ist eine der großen Bundesliga Legenden aus der GrĂŒndungszeit: Rudolf Brunnenmeier. Seit 1960 war er fĂŒr den TSV 1860 MĂŒnchen aktiv, er spielte bis 1968 fĂŒr den MĂŒnchner Club. In 207 Spielen erzielte er fĂŒr die Löwen 139 Tore, davon 66 in der Bundesliga. Er ist damit immer noch TorschĂŒtzenkönig des TSV in der Bundesliga. 1964 verhalf er 1860 zum Pokalsieg, 1966 konnte er sogar die Meisterschaft gewinnen. Noch heute ist Brunnenmeier bei 1860 Fans sehr beliebt und zĂ€hlt als einer der besten Spieler der Vereinsgeschichte.

Jean-Pierre Papin: Traumtor und Wechselwunsch

In der Ligue 1 ist Papin eine unumstrittene Legende: fĂŒnfmal war er ToptorschĂŒtze der Saison, fĂŒr Marseille und Bordeaux zeigte er große Leistungen, doch in der Bundesliga wollte es bei ihm nicht so wirklich klappen. 1994 wurde der Franzose von Trapattoni verpflichtet, der Italiener wollte seinen Kader mit großen Namen verstĂ€rken. Im gleichen Sommer kam auch Kahn zum FCB, die Bundesliga fĂŒrchtete sich vor einer Bayern-Übermacht. So kam es allerdings nicht. Bayern wurde sechster, Papin erzielte ein mageres Tor, er wollte wieder wegwechseln. Bis 1996 blieb er dann doch noch bei den Bayern, gegen Uerdingen erzielte er 1995 immerhin das Tor des Jahres.

Mauricio Gaudino: ein Leben auf der Überholspur

Der Mittelfeldspieler lief in der Bundesliga fĂŒr den VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt auf, spĂ€ter war er noch fĂŒr Bochum aktiv. In 266 Spielen erzielte er bei den Teams 42 Tore, er hatte großen Erfolg, wurde mit dem VfB 1992 Meister. Seine große Leidenschaft waren aber Sportwagen. Nicht nur das Kaufen der Autos, sondern auch deren Verschwinden. Er wurde 1994 festgenommen und angeklagt, da er angeblich Freunden beim Versicherungsbetrug geholfen haben soll. 52 Monate auf BewĂ€hrung lautete das Urteil, seine Form ließ danach stark nach. Der Rest seiner Karriere spielte sich in niedrigeren Ligen ab.

Mario Basler: Fehltritte und FreistĂ¶ĂŸe der Bundesliga Legende

Beim Namen Mario Basler wird sofort ein Moment in Erinnerung gerufen: der Freistoß des Mittelfeldspielers gegen Manchester United im Champions League Finale 1999. Das Tor und die damit verbundene Bayern-FĂŒhrung war der Höhepunkt seiner Karriere. Doch bekanntermaßen drehte Manchester United das Spiel und Bayern ging leer aus.

Das Spiel ist symptomatisch fĂŒr die Karriere Baslers, der sich ĂŒber mehrere Stationen in der 2. Liga durch Einsatz und harte Arbeit in die Bundesliga kĂ€mpfte. Bei Bremen, Bayern und Kaiserslautern war er in der Bundesliga aktiv, fiel aber immer wieder durch Fehltritte neben dem Platz auf. 2003 wurde sein Vertrag vom 1. FCK nicht mehr verlĂ€ngert.

Hermann Gerland: harter Verteidiger und Nachwuchsförderer

Als Spieler war Gerland nur bei einem Club tĂ€tig: VfL Bochum. Mit den Blau-Weißen spielte er von 1974 bis 1982 in der Bundesliga, erzielte in 204 Spielen vier Tore. SpĂ€ter trainierte er den VfL von 1985 bis 1988, ehe er spĂ€ter beim FC Bayern landete. Als Trainer der Amateure, der zweiten Mannschaft und als Co-Trainer der ersten Mannschaft lag immer wieder die Entwicklung von Jugendspielern in seinem Blickfeld. Spieler wie Thomas MĂŒller oder Toni Kroos entwickelten sich unter seiner FĂŒhrung zu Weltstars. Mit Jupp Heynckes gewann er 2013 die Champions League und das Triple.

Helmut Benthaus: Intellektuell zum Erfolg

Viele sagen, dass Fußballer nicht viel im Kopf haben. Das mag fĂŒr manche Spieler stimmen, doch auf Helmut Benthaus trifft diese Aussage keineswegs zu. Als Spieler war der 1935 in Herne geborene Mittelfeldspieler fĂŒr einen Großteil seiner Karriere vor der GrĂŒndung der Bundesliga aktiv, bei seinem Heimatverein Westfalia Herne, 1860 MĂŒnchen und dem 1. FC Köln, wo er auch in der DebĂŒtsaison der Bundesliga spielte. In der Rhein-Metropole schrieb sich der Mittelfeldstratege auch in eine örtliche Hochschule ein, wo er Sportwissenschaften und Philologie studierte.

Eine Bundesliga Legende wurde deutscher MeisterDa Benthaus zu einer Zeit Fußball spielte, wo Spieler nach ihrem Karriereende noch lange nicht ausgesorgt hatten, machte er sich auch wĂ€hrend seiner Karriere Gedanken ĂŒber die weitere berufliche Zukunft. Sportlehrer war einer der Berufe, die Benthaus fĂŒr die Zeit nach der Profikarriere in Betracht zog. 1964 gewann Benthaus mit Köln die Deutsche Meisterschaft. 1965 wechselte er nach Basel, wo er bis zum Ende seiner Spielerkarriere auch blieb. Sein Studium konnte Benthaus dann doch nicht als Sportlehrer anwenden, da der FC Basel ihn nach seinem Karriereende nach einer Spielertrainer-Phase direkt zum Cheftrainer beförderte.

Auch als Trainer eine Legende

Von 1971 bis 1982 gewann er als Trainer siebenmal die Schweizerische Meisterschaft und wurde so auch in der Schweiz zu einer Legende. Einer der Spieler, die Benthaus wĂ€hrend seiner Zeit als Trainer in Basel besonders förderte, war die spĂ€tere Legende Ottmar Hitzfeld. Nebenbei war er in der Basler UniversitĂ€t als Dozent tĂ€tig. 1982 wechselte Benthaus zum VfB Stuttgart, der im Mittelfeld der Tabelle feststeckte. Innerhalb von zwei Jahren transformierte der „Intellektuelle“, wie er nun genannt wurde, die Mannschaft komplett und konnte 1984 mit den Schwaben die Deutsche Meisterschaft feiern.

Die deutsche Nationalmannschaft steckte zu dieser Zeit tief in der Krise. Nach dem Vorrundenaus bei der EM 1984 musste Jupp Derwall gehen. Benthaus war heiß begehrt, doch der VfB Stuttgart hielt an ihm fest. Beckenbauer wurde stattdessen Bundestrainer und Benthaus wurde ein Jahr spĂ€ter vom VfB nach einem enttĂ€uschenden 10. Platz entlassen. Von allen, die wĂ€hrend ihrer Karriere mit Benthaus in Kontakt kamen, wird dessen Intelligenz immer wieder betont. Sein berĂŒhmtes Zitat: „ich bin sehr gerne mit Menschen zusammen, die mehr wissen als ich, denn nur von denen kann ich etwas lernen.“, unterstreicht Benthaus Philosophie perfekt.

Helmut und Erwin Kremers: musikalisch veranlagte Zwillinge

Das aktuellste Beispiel sind wohl Lars und Sven Bender: Zwillinge, die es beide in die Bundesliga schafften. Doch wĂ€hrend die Benders beide fĂŒr verschiedene Clubs kicken, kam das fĂŒr die Kremers nie in Frage. Geboren wurden die Zwillinge am 24. MĂ€rz 1949 in Mönchengladbach. In ihrer Kindheit verband die Zwillinge vor allem die Liebe zum Fußball. Sie spielten gegen- und miteinander und konnten sich so beide Schritt fĂŒr Schritt verbessern, bis der große Club aus der Stadt anklopfte: Helmut und Erwin Kremers wurden in die Junioren von Borussia Mönchengladbach aufgenommen, wo die beiden gemeinsam bis 1967 unterwegs waren. Dann folgte fĂŒr beide die Beförderung in die Herrenmannschaft, wo beide bis 1969 blieben.

Anscheinend bestanden die Zwillinge darauf, nicht getrennt zu werden, denn in diesem Jahr wechselten sie im Tandem zu den Kickers Offenbach. Helmut war als Abwehrspieler, Erwin als AußenstĂŒrmer bekannt. Dort wurden die beiden DFB-Pokalsieger, ehe es 1971, wie sollte es anders sein, wieder gemeinsam zum FC Schalke 04 ging. Dort wurden die beiden 1972 erneut DFB-Pokalsieger, und Helmut wurde 1974 sogar Weltmeister, allerdings ohne Einsatz. 1979 beendete Erwin dann seine Karriere, und ein Jahr spĂ€ter zog es Helmut nach Essen und spĂ€ter nach Calgary, wo er 1981 seine Karriere beendete.

WĂ€hrend ihrer Zeit bei Schalke wurden die Zwillinge doch nicht nur durch ihr Fußballspiel bekannt. 1974 veröffentlichten die beiden ein Lied. Als „Die Kremers“ erreichten die beiden mit „Das MĂ€dchen meiner TrĂ€ume“ Platz 44 der Deutschen Charts. Helmut war spĂ€ter noch als PrĂ€sident von Schalke 04 tĂ€tig, wo er mit dem Satz „Zu meiner Zeit haben wir uns vor Spielen gegen Dortmund noch nicht einmal umgezogen“ großer Beliebtheit gewann.

Fazit zu die Legenden der Bundesliga

Egal ob loyale Club-Legende oder wechselfreudiger LegionĂ€r, egal ob Musterprofi oder enfant terrible, die Fußball Bundesliga war immer voll mit besonderen Spielern, die heute als Legenden gelten. LegendĂ€re Tore, kuriose Zitate und verrĂŒckte Aktionen wird es auch weiterhin in der Bundesliga geben, doch die hier beschriebenen Bundesliga Legenden werden wir so nie wieder zu Gesicht bekommen. Lesen Sie auch weitere News in unserer Fußball Nachrichten Kategorie und vergleichen Sie die besten deutschen WettbĂŒros, falls Sie online Sportwetten tippen möchten. Wenn Ihnen der Artikel ĂŒber die deutschen Fußball Bundesliga Legenden gefallen hat, können Sie gerne eine Bewertung abgeben.

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VerrĂŒckt und grandios: Legenden der Bundesliga
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