Verrückt und grandios: Legenden der Bundesliga

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Sie lesen die Top Fußball Bundesliga Legenden der letzten Jahrzehnte. Seit über 50 Jahren gibt es die höchste deutsche Spielklasse nun schon. Genug Zeit, damit Legenden entstehen und unglaubliche Geschichten geschrieben werden können. Torhungrige Stürmer, beinharte Verteidiger, verrückte Torhüter und zaubernde Mittelfeld-Maestros, die Bundesliga hat sie alle zu Hauf gesehen. Seit der ersten Saison im Jahr 1963 hat sich so einiges verändert. Unwirklich wirken heute die Tage, in denen die Zuschauer einfach um den Platz herumstanden, wie heute in der Kreisliga. Trikots ohne Namen auf dem Rücken, Streuner auf dem Platz, vieles ist heute unvorstellbar, was damals Alltag war.

Die interessantesten Bundesliga Legenden im Fußball

Eines ist in der Bundesliga doch immer konstant geblieben: Ausnahmespieler, die sich in der Geschichte ihrer Clubs und der Liga verewigt haben. Es folgen die größten Bundesliga Legenden ihrer Geschichte.

Gerd Müller: Bomber der Nation

Gerd Müller (Panini 1973/74)

1963 begann die Karriere von Gerd Müller beim TSV 1861 Nördlingen in der Bezirksliga Schwaben. Er erzielte in seiner ersten vollen Saison in 47 Einsätzen 28 Tore und verhalf seiner Mannschaft so zum Aufstieg. Daraufhin wurden größere Clubs auf Müller aufmerksam, darunter auch der TSV 1860 München und der FC Bayern München. Laut den Erzählungen aus der Zeit kam Walter Fernbeck, der Geschäftsführer der Bayern, seinem Gegenstück von 1860 knapp zuvor. Als der Geschäftsführer der 60er die Wohnung Müllers betreten haben solle, sei Fernbeck gerade mit der Zusage Müllers durch die Hintertür verschwunden. Für 4.400 DM wechselte Müller anschließend zu den Bayern, einer der einflussreichsten Wechsel der Bundesligageschichte. Mit ihm wurden die Bayern zu einer Macht im deutschen Fußball, viermal konnte Müller mit dem FC Bayern die Meisterschaft und den DFB Pokal gewinnen. Dazu kommen fünf internationale Titel mit den Bayern, eine Welt- und eine Europameisterschaft sowie sieben Torjägerkanonen. Damit ist Müller selbstverständlich alleiniger Rekordhalter.

Dabei sah es anfangs nicht sehr gut aus für „Kleines, dickes Müller“. Müllers Figur gefiel Zlatko Cajkovski, dem damaligen Bayern Trainer, gar nicht. Dicklich, gedrungen, eben keine Figur für einen Stürmer. Müller sollte Cajovski jedoch schnell anders stimmen. Wenn Müller Chancen in der Elf bekam, nutzte er diese sofort. Bis zu seinem Abschied von den Bayern im Jahr 1979, als er zu den Fort Lauterdale Strikers wechselte, erzielte Gerd Müller 398 Tore in 453 Spielen, davon 365 Tore in Bundesligaspielen. Damit hält er auch heute noch den ewigen Torrekord. Seine Spielweise bildete dabei die Grundlage für Strafraumstürmer von heute.

Auf engstem Raum konnte Müller sich gegen Verteidiger behaupten, blitzschnelle Drehungen und unerwartete Abschlüsse ließen seine Gegenspieler alt aussehen. Gerd Müller ist ohne Zweifel eine der größten Legenden der Bundesliga.

Franz Beckenbauer: Kaiser und Lichtgestalt

Wohl kaum ein anderer Mensch hat so viel für die Entwicklung des deutschen Fußballs getan als Franz Beckenbauer. Auf der ganzen Welt ist der Kaiser für elegante Spielweise und präzisen Tacklings bekannt. Von 1964 bis 1977 war Beckenbauer der Dreh- und Angelpunkt der Defensive des FC Bayern München. Seine Position als Libero erlaubte es ihm, den Spielaufbau zu gestalten und die Abwehrreihe zu dirigieren. Er wurde mit den Bayern viermal Deutscher Meister, später gewann er auch mit dem HSV die Bundesliga ein weiteres Mal. In insgesamt 424 Bundesligaspielen erzielte er 60 Tore. Auch nach seiner Spielerkarriere agierte er als Trainer für den FC Bayern München und die Nationalmannschaft souverän, konnte die Meisterschaft und einen Weltmeistertitel gewinnen.

Lothar Matthäus: der Mittelfeldmotor

Lothar Matthäus‘ Karriere als Spieler erstreckte sich über vier Jahrzehnte, noch heute ist er Rekordnationalspieler, er lief 150-mal für Deutschland auf. In der Bundesliga bestritt Matthäus insgesamt 464 Spiele, er erzielte 121 Tore. Für Borussia Mönchengladbach und später den FC Bayern München zeigte Matthäus immer großes Engagement im Mittelfeld, leitete von dort aus das gesamte Spiel der Mannschaft. Er zeigte sowohl als Abräumer vor der Abwehr, als auch als kreativer Mittelfeldtechniker, seine Qualität. Als er 1984 nach München wechselte waren die Erwartungen auf Grund der hohen Ablösesumme enorm. Doch Matthäus übertraf auch diese und konnte allein die Abgänge von Breitner und Rummenigge kompensieren. Er konnte sieben Bundesligatitel gewinnen und ist bis heute der einzige deutsche Spieler, der den Ballon d’Or gewinnen konnte.

Uwe Seeler: treuer Torjäger

Uwe Seeler ist unzertrennlich mit einem Club verbunden: dem Hamburger SV. Für keinen anderen Club spielte der Stürmer in der Bundesliga, insgesamt 476 lief „Uns Uwe“ für die Rothosen auf. In diesen Spielen konnte der Mittelstürmer 404 Tore erzielen, 137 davon in der Bundesliga, da Seeler bereits seit 1953 für den HSV aktiv war. Während seiner Karriere lehnte Seeler mehrmals sehr lukrative Angebote von anderen Clubs ab und blieb den Hamburgern treu. Trotz seiner überragenden Torquote war sich Seeler nie zu schade, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Er ließ sich oft tief ins Mittelfeld fallen, um beim Spielaufbau zu helfen. Neben vielen anderen persönlichen Erfolgen war Seeler der erste Gewinner der Torjäger-Kanone in der Debütsaison der Bundesliga 1963/64.

Oliver Kahn: verrücktes Genie

So sehr Kahn für seine verrückten Aktionen bekannt war, war er bei gegnerischen Stürmern für seine genialen Paraden gefürchtet. Seine Bundesliga-Karriere begann Kahn beim Karlsruher SC, wo er 129 Spiele bestritt und in der erfolgreichsten Zeit des badischen Clubs ein Leistungsträger war. Das 7:0 des KSC gegen den FC Valencia im Europapokal steht besonders hervor. 1994 wechselte Kahn zum FC Bayern München, für die damals höchste Ablösesumme, die jemals für einen Torwart gezahlt wurde. In 429 Spielen für den Rekordmeister konnte Kahn achtmal die Meisterschaft, was bis heute Rekord ist, sechsmal den DFB Pokal und einmal die Champions League gewinnen, wo er im Finale gegen den FC Valencia im Elfmeterschießen zum Helden wurde. Er spielte 204-mal in der Bundesliga zu Null, ebenfalls ein Rekord. Dreimal wurde er zum Welttorhüter gewählt.

Manuel Neuer: die Neuerfindung des Torwarts

Der erste noch aktive Spieler der Legenden der Bundesliga ist Manuel Neuer, Torhüter des FC Bayern München. Seine Bundesligakarriere begann Neuer beim FC Schalke 04, wo er aus der Akademie den Sprung in die Startelf schaffte. Bei Schalke leutete Neuers Präsenz im Tor eine erfolgreiche Zeit ein, die Mannschaft wurde Vizemeister und zweimal Pokalsieger.

Im Sommer 2012 wechselte Neuer dann zum FC Bayern München, wo er sofort Stammtorhüter wurde. Hier gewann Neuer bisher siebenmal die Meisterschaft und fünfmal den Pokal, 2013 konnte er die Champions League gewinnen. Mit 180 Spielen, in denen Neuer ohne Gegentor blieb, liegt er in der ewigen Bundesligaliste nur hinter Oliver Kahn.

Günter Netzer: als Edeltechniker seiner Zeit voraus

Günter Netzer war der Prototyp des offensiven Mittelfeldspielers. Mit Technik und Spielverständnis setzte er gekonnt Stürmer und Flügelspieler ein, wenn es sein musste erzielte er selbst Traumtore. Mit Borussia Mönchengladbach stieg Netzer 1965 in die Bundesliga auf, dort sollte er bis 1973 auch bleiben. In 297 Spielen für die Fohlenelf erzielte er 108 Tore, 94-mal legte er für Mitspieler auf. Netzer wurde zweimal Deutscher Meister und einmal Pokalsieger, nach einer unvergesslichen Selbsteinwechslung. 1974 wurde er Weltmeister.

Phillip Lahm: Sportsmann sondergleichen

Von 2002 bis 2017 war Philipp Lahm in der Bundesliga aktiv, abgesehen von einer Leihe zum VfB Stuttgart immer für den FC Bayern München. Dort spielte er lange als Außenverteidiger, meist auf der rechten Seite, bevor er in seinen späteren Jahren auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde. Der 1,70 Meter große Lahm verstand es schon früh, seinen eher kleinen Körper durch Technik und Schnelligkeit zu kompensieren. 370 Bundesligaspiele waren es am Ende für Lahm, der achtmal die Meisterschaft, sechsmal den Pokal und einmal die Champions League gewinnen konnte. 2014 führte er die Nationalelf als Kapitän zum Weltmeistertitel. In seiner gesamten Karriere als Abwehrspieler wurde Lahm nie mit einer roten Karte vom Platz gestellt.

Rudi Völler: mehr als „Tante Käthe“

Unterschiedlicher als sein Spitzname hätte Völlers Spielweise nicht sein können. Er war immer spritzig, arbeitete in der Defensive mit und war vor dem Tor eiskalt. In der Bundesliga zeigte er für 1860 München, Werder Bremen und Bayer Leverkusen sein Können. In 232 Bundesligaspielen erzielte Völler 132 Tore, die meisten davon für Werder Bremen. Zwar wurde er nie Deutscher Meister, konnte dafür aber 1990 die Weltmeisterschaft feiern.

Arjen Robben: der fliegende Holländer

Wenn Arjen Robben für den FC Bayern vom Flügel hereinzieht, wie er es unnachahmlich macht, läuten bei den Verteidigern die Alarmglocken. Abwehren können sie das, was dann kommt, meistens doch nicht. Dank unglaublicher Schnelligkeit und brillanter Schusstechnik war Robben, seit er 2009 zu den Bayern wechselte, kaum zu stoppen. Höchstens das Verletzungspech, das den Niederländer verfolgt, konnte ihm manchmal einen Strich durch die Rechnung machen. Er konnte achtmal die Meisterschaft, fünfmal den Pokal und einmal die Champions League gewinnen, für Bayern erzielte er in 201 Spielen 99 Tore. Im Sommer 2019 stehen die Zeichen wohl auf Abschied, doch in der Bundesliga wird er in die Geschichte eingehen.

Mark Strudal: durch Streit zur Legende

Nur eine halbe Saison absolvierte der Däne Strudal für den BVB aus Dortmund. Trotzdem reichte diese Saisonhälfte, in der Strudal zwölfmal für die Borussen auflief, um ihn für die Fans unvergessen zu machen. Norbert Dickel, der damals den Stammplatz als Stürmer innehatte, sah sich von Strudals Tranfer bedroht. Er befürchtete eine Ablösung durch den jungen Dänen. Es folgten mehrere Streitereien im Training, bis die Situation vor dem Pokalfinale eskalierte. Dickel war eigentlich verletzt, Strudal würde somit im Finale starten. Doch der Routinier meldete sich überraschend zurück, Trainer Köppel ließ in von Anfang an spielen. Im 4:1 Finalerfolg erzielte Dickel zwei Tore, Strudal musste auf der Bank schmoren. Seinen Einsatz musste Dickel jedoch teuer bezahlen: seine Verletzung wurde schlimmer, in der Folgesaison musste er seine Karriere beenden. Strudal wechselte nach Zürich.

Andreas Sassen: tragisches Ende für großes Talent

Sportlich war Sassen für Uerdingen, den HSV, Dynamo Dresden und Schwarz-Weiß Essen tätig. In seiner Jugend galt er als eines der größten Talente des deutschen Fußballs, doch seine Alkoholsucht kam den großen Ruhm zuvor. In seiner achtjährigen Karriere spielte er nur 79-mal in der Bundesliga, dem Mittelfeldspieler gelangen vier Tore. Alkohol am Steuer, Körperverletzung, Suspendierungen durch den Verein: während seiner ganzen Laufbahn kann Sassen seiner Sucht nicht widerstehen, er verspielt seine ganze Zukunft. 2004 stirbt der damals 36-jährige an einem Hirnschlag.

Andreas Möller: zwischen Schwalben und Genialität

Wer sich näher mit Andreas Möller beschäftigt, der trifft schnell auf zwei Seiten einer Medaille: auf der einen Seite ist da der technisch brillante, torgefährliche Mittelfeldspieler, der mit Verein und Nationalmannschaft nahezu alles gewinnen konnte, was es zu gewinnen gibt. In 429 Bundesligaspielen erzielte er 110 Tore, er ist eine Dortmunder und Frankfurter Legende.

Auf der anderen Seite sind Aktionen wie seine Schwalbe beim EM-Halbfinale 1996 gegen England sowie gegen den KSC oder seine Wechsel zwischen verschiedenen Clubs, die er selbst verneint und dann anschließend seinen Ex-Club mit kritischen Aussagen oft schlecht aussehen lässt. Einigen Fans stößt das sauer auf, doch er zählt trotzdem zu den Legenden der Bundesliga.

Thorsten Legat: auf und neben dem Platz legendär

Seit seinem Karriereende hat es Legat durch zahlreiche TV-Auftritt zum Kultstatus geschafft, doch auch seine Fußballstationen machten ihn zu einer der Bundesliga Legenden. Es begann 1986 beim VfL Bochum, wo Legat seinen ersten Profivertrag unterschrieb und sich nach und nach in die Stammelf spielte. 1991 wechselte der Mittfeldspieler nach Werder Bremen, wo er den Pokal der Pokalsieger erringen konnte. 1993 gewann er mit Bremen die Meisterschaft und in der Saison darauf den DFB Pokal, dann wechselte er nach Frankfurt. Dort konnte er sich nicht durchsetzen und wechselte ein Jahr später zum VfB Stuttgart, wo er einen DFB Pokal gewann. Das gelang ihm auch bei seiner letzten Station, Schalke 04. Während seiner Karriere fiel Legat immer wieder durch zahlreiche Undiszipliniertheiten auf. Er beleidigte Mitspieler rassistisch, musste Schmerzensgeld an seinen Nachbarn zahlen und bedrohte Jugendliche mit einem Samurai Schwert. Eine Person, die nicht so schnell vergessen wird.

Jürgen Grabowski: Frankfurter und Weltmeister

Nicht nur eine der Legenden der Bundesliga, sondern auch seines Vereins, ist Jürgen Grabowski. Seine gesamte Profikarriere spielte sich bei einem Club ab: Eintracht Frankfurt. Er war von 1965 bis 1980 für die Eintracht aktiv, wo er in 441 Bundesligaeinsätzen 109 Tore erzielte. Der Mittelfeldspieler, der manchmal auch als Stürmer eingesetzt wurde, konnte mit Frankfurt nie die Bundesliga gewinnen, wurde aber zweimal DFB Pokal Sieger. Außerdem konnte er 1980, in seiner letzten Saison als Profi, den UEFA Pokal gewinnen. Er ist heute Ehrenspielführer der Eintracht und war danach kurzzeitig noch als Trainer in Frankfurt tätig.

Adolfo Valencia: Legende dank Lothar’s Kommentar

Aldolfo “El Tren” Valencia wechselte 1993 von Independiente Santa Fe zum FC Bayern München. Der schnelle Stürmer konnte bei Santa Fe in 159 Spielen 56 Tore erzielen und war so auf dem Radar des FC Bayern gelandet. Der Kolumbianer wurde anschließend von den Bayern verpflichtet, in seinem Debütspiel erzielte er direkt zwei Treffer. Seine Form nahm daraufhin aber stark ab, Beckenbauer nannte ihn „Entlauber“, da die Schüsse des Kolumbianers öfter das Gebüsch hinter dem Tor als das Netz trafen. In der folgenden Saison wurde er fast nicht mehr eingesetzt, 1994 wechselte er zu Atletico Madrid. Einzig Lothar Matthäus war beeindruckt vom Kolumbianer, allerdings aus den falschen Gründen. Laut Matthäus hätte Valencia den Längsten aller Bayern Spieler gehabt.

Hans-Peter Briegel: „Die Walz von der Pfalz“

Der Verteidiger war von 1975 bis 1984 für den 1. FC Kaiserslautern tätig. Er war ein Fels in der Brandung, seine Ausflüge vor das gegnerische Tor gefürchtet. Bekannt wurde Briegel durch seine eisenharte Spielweise, seinen durchtrainierten Körper und seine Vorliebe, ohne Schienbeinschoner zu spielen. Als er 1988 seine Karriere in Genua beendete war das kurz vor einer Regeländerung, die das Tragen von Schienbeinschonern Pflicht machte. In 240 Spielen für den 1. FCK erzielte Briegel für einen Abwehrspieler beeindruckende 47 Tore, 1980 wurde er mit Deutschland Europameister.

Ansgar Brinkmann: kultig und wechselfreudig

Brinkmann begann seine Profikarriere im Jahr 1887 in Osnabrück, das in der 2. Bundesliga spielte. Die drei Jahre, die er dort spielte, sollte die längste Zeit sein, die er in seiner Karriere bei einem Club verbringen würde. Über den FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt, Arminia Bielefeld und Dynamo Dresden landete Brinkmann 2006 bei Preußen Münster, wo er 2007 die Schuhe an den Nagel hängte.

Insgesamt 13 Clubs hatten ihn während seiner Karriere unter Vertrag. Neben dem Platz war Brinkmann allerdings auch für seinen Alkoholkonsum und seine Ausrutscher bekannt, er wurde unter anderem wegen Körperverletzung angezeigt. Fans sahen ihn trotzdem als eine der Legenden der Bundesliga an, er ist bis heute als Publikumsliebling bekannt.

Asgeir Sigurvinsson: Wikinger mit Eleganz

Asgeir Sigurvinsson, von Fans nur „Sigi“ genannt, stammt aus Island, eine Inselnation, die nicht mehr Einwohner hat als eine deutsche Großstadt. Der Mittelfeldspieler kam von Standard Lüttich in die Bundesliga, wo der FC Bayern sich die Dienste „Sigis“ sicherte. Für Bayern lief er aber nur 17-mal auf, Stuttgart verpflichtete ihn in der Saison darauf. Hier spielte er acht Jahre lang, bis 1990, und erzielte in 194 Spielen 38 Tore. Seine Traumpässe, seine Ballbehandlung und seine unwahrscheinliche Herkunft machten ihn zu einem Publikumsliebling bei den Schwaben.

Rolf-Jürgen Otto: gerissener Manager

Die erste der Bundesliga Legenden, die selbst gar nicht professionell spielte, ist Rolf-Jürgen Otto. Nachdem der Unternehmer nach dem Mauerfall in den Osten zog, um dort geschäftlich durchzustarten, wurde ihm von einem Freund Dynamo Dresden ans Herz gelegt. Bis 1993 drängte Otto alle Konkurrenten aus dem Verein und wurde zum Präsidenten des Clubs gewählt, der sich in großen finanziellen Schwierigkeiten befand. Als einige Firmen Ottos allerdings Konkurs anmelden mussten, ging es auch mit Dynamo Dresden bergab. Die Entscheidungen des Präsidenten wurden wirrer, Spieler und Trainer wurden am laufenden Band ersetzt, krumme Geschäfte wurden gemacht. Am Ende stand der Abstieg aus der Bundesliga, Otto wurde wegen vorsätzlichem Konkurs verhaftet.

Eike Immel: Torhüter mit Spielsucht

Als 17-jähriger begann Eike Immel seine Profikarriere bei Borussia Dortmund. Er zeigt konsistent gute Leistungen in der Fußball Bundesliga und konnte sich so langsam an seinen Konkurrenten auf der Torhüterposition vorbeidrängeln. Bis 1986 blieb er beim BVB, dann zog er weiter nach Stuttgart, wo er als Stammtorhüter 1992 Deutscher Meister wurde. Einen internationalen Titel gewann Immel 1980, als er einsatzlos Europameister wurde. Vor der WM 1990 trat er aus der Nationalmannschaft zurück, da Bodo Illgner neuer Stammtorhüter wurde. Während seiner Karriere hatte Immel einen Hang zum Glücksspiel entwickelt, nach mehreren geplatzten Immobiliendeals ist er nun pleite.

Rudolf Brunnenmeier: Löwen-Ikone

Er ist eine der großen Bundesliga Legenden aus der Gründungszeit: Rudolf Brunnenmeier. Seit 1960 war er für den TSV 1860 München aktiv, er spielte bis 1968 für den Münchner Club. In 207 Spielen erzielte er für die Löwen 139 Tore, davon 66 in der Bundesliga. Er ist damit immer noch Torschützenkönig des TSV in der Bundesliga. 1964 verhalf er 1860 zum Pokalsieg, 1966 konnte er sogar die Meisterschaft gewinnen. Noch heute ist Brunnenmeier bei 1860 Fans sehr beliebt und zählt als einer der besten Spieler der Vereinsgeschichte.

Jean-Pierre Papin: Traumtor und Wechselwunsch

In der Ligue 1 ist Papin eine unumstrittene Legende: fünfmal war er Toptorschütze der Saison, für Marseille und Bordeaux zeigte er große Leistungen, doch in der Bundesliga wollte es bei ihm nicht so wirklich klappen. 1994 wurde der Franzose von Trapattoni verpflichtet, der Italiener wollte seinen Kader mit großen Namen verstärken. Im gleichen Sommer kam auch Kahn zum FCB, die Bundesliga fürchtete sich vor einer Bayern-Übermacht. So kam es allerdings nicht. Bayern wurde sechster, Papin erzielte ein mageres Tor, er wollte wieder wegwechseln. Bis 1996 blieb er dann doch noch bei den Bayern, gegen Uerdingen erzielte er 1995 immerhin das Tor des Jahres.

Mauricio Gaudino: ein Leben auf der Überholspur

Der Mittelfeldspieler lief in der Bundesliga für den VfB Stuttgart und Eintracht Frankfurt auf, später war er noch für Bochum aktiv. In 266 Spielen erzielte er bei den Teams 42 Tore, er hatte großen Erfolg, wurde mit dem VfB 1992 Meister. Seine große Leidenschaft waren aber Sportwagen. Nicht nur das Kaufen der Autos, sondern auch deren Verschwinden. Er wurde 1994 festgenommen und angeklagt, da er angeblich Freunden beim Versicherungsbetrug geholfen haben soll. 52 Monate auf Bewährung lautete das Urteil, seine Form ließ danach stark nach. Der Rest seiner Karriere spielte sich in niedrigeren Ligen ab.

Mario Basler: Fehltritte und Freistöße

Beim Namen Mario Basler wird sofort ein Moment in Erinnerung gerufen: der Freistoß des Mittelfeldspielers gegen Manchester United im Champions League Finale 1999. Das Tor und die damit verbundene Bayern-Führung war der Höhepunkt seiner Karriere. Doch bekanntermaßen drehte Manchester United das Spiel und Bayern ging leer aus.

Das Spiel ist symptomatisch für die Karriere Baslers, der sich über mehrere Stationen in der 2. Liga durch Einsatz und harte Arbeit in die Bundesliga kämpfte. Bei Bremen, Bayern und Kaiserslautern war er in der Bundesliga aktiv, fiel aber immer wieder durch Fehltritte neben dem Platz auf. 2003 wurde sein Vertrag vom 1. FCK nicht mehr verlängert.

Hermann Gerland: harter Verteidiger und Nachwuchsförderer

Als Spieler war Gerland nur bei einem Club tätig: VfL Bochum. Mit den Blau-Weißen spielte er von 1974 bis 1982 in der Bundesliga, erzielte in 204 Spielen vier Tore. Später trainierte er den VfL von 1985 bis 1988, ehe er später beim FC Bayern landete. Als Trainer der Amateure, der zweiten Mannschaft und als Co-Trainer der ersten Mannschaft lag immer wieder die Entwicklung von Jugendspielern in seinem Blickfeld. Spieler wie Thomas Müller oder Toni Kroos entwickelten sich unter seiner Führung zu Weltstars. Mit Jupp Heynckes gewann er 2013 die Champions League und das Triple.

Fazit zu die Legenden der Bundesliga

Egal ob loyale Club-Legende oder wechselfreudiger Legionär, egal ob Musterprofi oder enfant terrible, die Fußball Bundesliga war immer voll mit besonderen Spielern, die heute als Legenden gelten. Legendäre Tore, kuriose Zitate und verrückte Aktionen wird es auch weiterhin in der Bundesliga geben, doch die hier beschriebenen Bundesliga Legenden werden wir so nie wieder zu Gesicht bekommen. Lesen Sie auch weitere News in unserer Fußball Nachrichten Kategorie und vergleichen Sie die besten deutschen Wettbüros, falls Sie online Sportwetten tippen möchten. Wenn Ihnen der Artikel über die deutschen Fußball Bundesliga Legenden gefallen hat, können Sie gerne eine Bewertung abgeben.

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