Neues vom Videobeweis – drei weitere Regeländerungen im Test

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Nachdem der Videobeweis inzwischen Fest im Fußball verankert ist und wohl trotz vieler Unstimmigkeiten erhalten bleiben wird, testet die FIFA nun drei weitere Regeländerungen. Diese werden momentan ausschließlich bei Jugendturnieren getestet, bei Bewährung aber sicher auch bald im Profifußball zu finden sein. Als Ziel dieser neuen Regeln wurde die Beschleunigung des gesamten Spiels und eine Verbesserung der Fairness genannt. Das bringt auch bei Fussballwetten mehr Sicherheit gegen Fehlentscheidungen.

1. Neue Anstoß-Regel

Bisher musste der Ball bei einem Abstoß vom eigenen Fünfmeterraum zu einem Spieler außerhalb des Strafraums gespielt werden. Als Regeländerung sollen künftig auch Pässe zu Spielern innerhalb des Strafraums möglich sein. Vor allem bei starken Pressing-Situationen der gegnerischen Mannschaft kann dies vonnöten sein. FIFA-Generalsekretär Zvonimir Boban möchte so verhindern, dass Spieler in solchen Situationen absichtlich in den Strafraum laufen, um den Abstoß wiederholen zu lassen. Bei extrem starken Pressing der verteidigenden Mannschaft kann bisher absichtlich ein Regelverstoß begangen werden, nur um den Ballverlust und damit eine mögliche Torchance zu verhindern. Der Spieler begeht demnach einen Regelverstoß und wird in Form einer Wiederholung des Abstoßes auch noch dafür belohnt. Diese Absurdität möchte Boban verhindern. Durch die erneuerte Regel würde folglich eine Wiederholung des Abstoßes wegfallen und der gesamte Spielfluss nicht zerstört. Auch ein Missbrauch der Abstoßregel würde nicht mehr möglich sein.

2. Ein Ende des Zeitspiels bei Auswechslungen?

Das Zeitspiel beim Wechseln von Spielern ist im modernen Fußball oft eine willkommene Möglichkeit die Uhr voranschreiten zu lassen. Der Grund dafür liegt in den bisher unzureichend definierten Regeln. Ausgewechselte Spieler können bisher selbst entscheiden wo sie das Spielfeld verlassen. Sie wählen dazu meist den längst möglichen Weg, sodass sie beim 4. Offiziellen die Seitenlinie überqueren. Hierbei vergeht oft viel Zeit und der Spielfluss des Matches geht in Gänze verloren. Als einzige Möglichkeit der Bestrafung dessen gab es bisher die Verwarnung des ausgewechselten Spielers durch den Schiedsrichter. Dies geschieht in Form einer gelben Karte. Bei wichtigen Spielen, wie beispielsweise einem WM-Finale, spielt diese gelbe Karte aber keinerlei Rolle mehr für den Spielausgang. Die durch den Spielerwechsel gewonnene Zeit und den damit einfacher erreichbaren Spiel- oder sogar Turniersieg hat einen deutlich höheren Wert. Die Wirkung einer gelben Karte bei einem ausgewechselten Spieler verpufft deshalb eher im Nirgendwo. Durch die nun getestete Regeländerung geht die FIFA mit einer Maßnahme dagegen vor. Denn ausgewechselte Spieler können nun vom Schiedsrichter angewiesen werden, den Platz auf anderem, bzw. schnellstem Wege zu verlassen. Sinnvoll wäre hierbei die dem Spieler nächstgelegene Außenlinie, so Boban. Als Folge würden weniger Sekunden verloren und das Spiel könnte schneller fortgesetzt werden. Allerdings verliert das altbewährte Mittel der taktischen Auswechslung so auch seine Wirkung.

3. Gelbe Karte für Trainer

Immer wieder fallen Trainer durch ungezügeltes Verhalten, so auch Christian Streich am letzten Bundesliga-Spieltag. Überschreitet dieses Verhalten gewisse Grenzen, beispielsweise durch explizite Beleidigungen gegenüber dem Schiedsrichter, so können den jeweiligen Trainer Konsequenzen ereilen. So geschehen bei Christian Streich am letzten Wochenende. Diese Konsequenzen werden in Form eines Verweises des Trainers auf die Tribüne vollzogen. Da dies für die Trainer oft ohne Vorwarnung, oder nur nach einer mündlichen Verwarnung, erfolgt, sollen neue Regeln das Ganze nun vereinfachen. Bei Fehlverhalten sollen Trainer jetzt, wie Spieler auch, die gelbe Karte als Verwarnung vom Schiedsrichter gezeigt bekommen. So ist für alle im Stadion und an den Fernsehbildschirmen ersichtlich, dass der Trainer sich zügeln sollte. Auch der Trainer selbst weiß nun, dass er sich zurücknehmen muss. Dies eröffnet laut Zvonimir Boban eine bessere Nachvollziehbarkeit bei Trainerverweisen auf die Tribüne. Jeder hat Zuschauer hat mitbekommen, dass der Trainer sich zurücknehmen sollte. Tut er dies nicht, so ist die logische Konsequenz ihn auf die Tribüne zu schicken. Es ist somit eine deutlich erhöhte Transparenz für Zuschauer, Spieler und Trainer gleichermaßen gegeben.

4. Perfektionierung des Videobeweises?

Schließlich gibt es auch neue Nachrichten bezüglich des Videobeweises. Dieser wurde Anfang März durch die FIFA als zukünftiger Bestandteil offizieller Bestandteil in Turnieren festgelegt. Sein Debut feiert er bei der kommenden Fusball Weltmeisterschaft in Russland. Bis dahin soll der Videobeweis nun verbessert werden, so FIFA-Generalsekretär Zvonimir Boban. Für die WM 2018 erwartet der Kroate einen reibungslosen Ablauf des immer wieder umstrittenen Videobeweises. Dennoch ist er sich sicher, dass dieser den Sport zwar merklich fairer machen wird, eine vollkommene Perfektion aber kaum erreichbar sein wird. Viele Fans beklagen sich zwar darüber, dass die Unmittelbarkeit des Fußballs, beispielsweise beim Feiern eines Tores, verloren geht. Dies wird immer wieder bezüglich des Abwartens nach dem Tor geäußert. Dennoch kann man wohl kaum bestreiten, dass der Videobeweis dazu beitragen kann, dass regelwidrige Handspiel-Tore, oder Wembley-Tore in wichtigen Spielen nicht mehr gewertet werden.

Während der Videobeweis sich offensichtlich bereits durchgesetzt hat wird sich zeigen, inwiefern die anderen drei vorgestellten Regeländerungen ihren Weg in den Profisport finden werden. Sollten sie sich innerhalb der Jugendturniere bewähren, werden wir sie aber sicherlich bald auch in den Stadien der 1., 2. und 3. Liga vorfinden. Auch weil der FIFA-Generalsekretär sehr überzeugt von diesen Änderungen zu sein scheint, wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis dies der Fall ist. Schauen wir mal was sich dann daraus für die Fussballwetten ergibt und welchen Einfluss diese Änderungen eventuell auf die Sportwetten im Fusball Bereich haben.

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Neues vom Videobeweis - drei weitere Regeländerungen im Test
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